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    Urlaubszeit - die schönste Zeit des Jahres!

    23.06.2016 | Beitrag von: Sedlmaier-Daubner, Kerstin

    … doch manchmal beginnt der Ärger schon am Flughafen:


    Der Flug verzögert sich oder wird gar annulliert. Oftmals wissen betroffene Passagiere in diesen Fällen leider nicht um ihre Rechte. Den Kern der Fluggastrechte regelt die am 17.02.2005 in Kraft getretene EU-Verordnung Nr. 261/2004. Sie legt fest, welchen Service vor Ort die Fluggesellschaft bieten muss und wie viel Geld sie ihren Passagieren als Ausgleich dafür zahlen muss, dass ein Flug nicht planmäßig stattfindet.

    Neben Ansprüchen auf Betreuungsleistungen, wie etwa zwei kostenlose Telefonate, Mahlzeiten, etc. haben Passagiere bei einer Flugannullierung, Nichtbeförderung (z. B. wegen Überbuchung) und Flugverspätung ab drei Stunden Anspruch auf Ausgleichszahlung

    - in Höhe von 250,00 € bei einer Flugentfernung bis 1500 km
    - in Höhe von 400,00 € bei einer Flugentfernung zwischen 1500 km und 3500 km
    - in Höhe von 600,00 € bei einer Flugentfernung über 3500 km und EU-grenz-
    überschreitenden Flügen

    Was der Flug gekostet hat, spielt dabei keine Rolle. Allerdings hat der BGH mit Urteil vom 17.03.2015 entschieden, dass kostenlos reisende Fluggäste (wie etwa minderjährige Kinder) keinen Anspruch auf finanzielle Entschädigung haben.

    Der von der Fluggesellschaft zu leistende Ausgleich muss bar, durch Überweisung oder per Scheck geleistet werden. Nur wenn die Passagiere einverstanden sind, kann die Fluggesellschaft die Ausgleichszahlung in Form von Reisegutscheinen für künftige Flüge erbringen.

    Leider gestaltet sich die Durchsetzung der Ausgleichsansprüche häufig für den Einzelnen schwierig. Die Fluggesellschaften berufen sich oftmals auf „höhere Gewalt“ oder versuchen schlicht die Bearbeitung der Angelegenheit hinauszuzögern. Ein „technischer Defekt“ begründet indes nach ständiger Rechtsprechung keinen „außergewöhnlichen Umstand“, der das Luftfahrtunternehmen von seiner Zahlungspflicht befreien könnte.

    Wichtig:
    - Lassen Sie sich die Verspätung am Flughafen schriftlich bestätigen
    - Tauschen Sie mit anderen betroffenen Passagieren die Kontaktdaten
    - Bewahren Sie sämtliche Reiseunterlagen (Flugticket, Boardingpass, Quittungen über
    Hotel, Taxi, Verpflegung, etc.) auf

    Um von der Fluggesellschaft eine Ausgleichszahlung zu erhalten, sollten Sie sich zunächst direkt an das Luftfahrtunternehmen wenden. Machen Sie Ihre Ansprüche schriftlich und am besten per Einwurf-Einschreiben geltend.




    Kerstin Sedlmaier-Daubner
    Rechtsanwältin
    - auch Fachanwältin für Familienrecht -


  • Für den Inhalt des oben aufgeführten Beitrages ist der jeweilige genannte Verfasser verantwortlich.

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